Frühes Kino
04/01/2008
Die Gebrüder Lumière, deren Namen bezeichnenderweise Licht bedeutet, haben in Lyon das Kino erfunden. Aus diesem Grund wurde ihnen zu Ehren ein Gebäude eingerichtet, in dem sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft der Filmkunst ihren Platz haben. Das Institut Lumière besteht seit 1982. Bekannte Regisseure folgen regelmäßig den Einladungen, um dort Kinoereignisse zu feiern.

Das vor 24 Jahren eingeweihte Institut war ursprünglich als eine Ausstellung über Kino und audiovisuelle Darstellungen gedacht. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Erfindung der Filmkunst erhielt es 1995 einen Aufschwung, die ihm zu internationaler Bedeutung verhalf.
Damals wurde in der Villa Lumière, die über mehrere Etagen das Institut beherbergt, ein Museum eingerichtet. Die Museumsgestaltung ist sehr bemerkenswert, dazu gehören auch ein beeindruckend, präzises Modell der Villa und eine Fotoschau, die es ermöglicht Bilder auf 360° zu betrachten. Das Museum bietet weiterhin außergewöhnliche Filmvorführungen.
In der Drehhalle des ersten Films, wo Auguste und Louis Lumière das Kino erfanden, wurde ein Filmarchiv mit Großleinwand und Digitaltechnik eingerichtet. Der Saal bietet Platz für 269 Zuschauer. Weiterhin verfügt das Institut über ein Dokumentationszentrum, gegründet von dem Filmhistoriker Raymond Chirat. Ein Team von Archivaren berät die Besucher, die Zugriff zu dem umfangreichen Kinoarchiv haben. Für Schüler werden lehrreiche Aktivitäten und Vorführungen für das junge Publikum geboten.

Bei jedem wichtigen Ereignis, Eröffnungen, Festivals oder Ausstellungen, folgen zahlreiche Regisseure den Einladungen des Instituts. Dazu gehören Elia Kazan, Marcel Ophuls, Stephen Frears oder Youssef Chahine. Bei dieser Gelegenheit sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Betrand Tavernier, der bekannte Filmemacher aus Lyon, hauptsächlicher Mitbegründer des Institutes Lumière ist.
Maurice Pialat, einer der eingeladenen Regisseure, meinte zur Erfindung der berühmten Brüder: „Lumière, das ist keine Realität, sondern ein Wunder". Und Wim Wenders rühmte bei seinem Aufenthalt in Lyon das schöne Licht der Stadt, was vielleicht vieles zu erklären vermag. Der Filmemacher ist genau wie die Gebrüder Lumière auf der Suche nach Wahrhaftigkeit und dem „Sinn des Erstaunens". Das ist Kino!
Praktisch
Institut Lumière - 25, rue du Premier Film in Lyon, 8. Arrondissement
Tel. : 00 33(0)4 78 78 18 95
institut-lumiere.org
Musée Lumière, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 11bis 18:30 Uhr.
Eintrittspreise: 4 und 6 €
Tägliche Filmvorführungen im „Hangar du Premier Film": 6,50 € und 8 € für Vorführungen mit bekannten Gästen.
Der Verlag „Actes Sud" gibt in Zusammenarbeit mit dem Institut Lumière regelmäßig Bücher über Filme und Kino heraus.
Vorführungen für Jugendliche mittwochs und samstags um 14:30 Uhr, Eintritt 2 €.
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