Eleganz
09/12/2009
Diese Ausstellung im Musée des Tissus et des Arts Décoratifs (Museum der Stoffe und Gestaltungskunst) in Lyon ist zauberhaft. Gezeigt werden die schönsten Stücke des Hauses Hermès neben winzigen Puppenhandschuhen der englischen Prinzessinnen und der Marquise de Sévigné, die in eine Nussschale passten!

Schon 27 000 Jahre vor unserem Zeitalter wurden Handschuhe in einer Höhle aus der Jungsteinzeit dargestellt, es gibt sie also nicht erst seit gestern. Später wurden sie wie die Mitra und der Bischofsstab zum Symbol der Kirchenmacht und danach die Zeichen der königlichen Machtausübung.
Die Ausstellung zeigt das Können und die Arbeit der Handschuhmacherei, das Reinigen, Gerben, Glätten und Bürsten. Handschuhe gibt es aus Leinen, Wolle oder Seide, geschmückt mit Edelsteinen und Pelzen.

Die Handwerker in Grenoble haben für die Handschuhmacherei alles erdacht. Die Muster und die eiserne Hand von Xavier Jouvin 1834 ermöglichten die industrielle Herstellung. Jean Strazzeri ausgezeichnet als «Meilleur Ouvrier de France » der für das Haus Lesdiguières Barnier in Grenoble arbeitet, hat als Leihgabe vier seltene Handschuhepaare zur Verfügung gestellt.
Zu den besonders originellen Ausstellungstücken gehören das älteste Paar gestrickter Seidenhandschuhe aus dem 15. Jh. und reich bestickte, sehr gut erhaltene Damenhandschuhe aus dem 17. Jh. Gleich daneben die Handschuhe von Buffalo Bill!
Die französische Königin Anne d‘Autriche besaß 347 Paare und Kaiserin Joséphine trug nie zweimal die gleichen! Aber Handschuhe sind nicht nur Zierde. Aus feinem Latex werden sie von Chirurgen oder den Experten der wissenschaftlichen Polizei getragen. Die Hände Feuerwehrleute werden von feuerfesten Handschuhen geschützt und Boxer tragen gepolsterte Lederhandschuhe. Der berühmte Handschuh von Michael Jackson erzielt bei der Versteigerung 34 200 €. Er ist in der Ausstellung nicht zu sehen, noch befindet er sich irgendwo bei seinem glücklichen Besitzer!
Praktisch
« Dans la peau du gant »
Ausstellung mit über 350 Handschuhen bis 28. März 2010.
Musée des Tissus et des Arts Décoratifs in Lyon, 2. Arrondissement (Departement Rhône)
34, rue de la Charité
Tel. : 00 33 (0)4 78 38 42 00
musee-des-tissus.com
Täglich außer Montag und Feiertagen von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet.
Außerdem « Le Tissu dans tous les Sens » 2. Biennale aktueller Stoffkreationen bis 21. Februar 2010.
Ein Besuch wert
Die Boutique des Musées des Tissus mit Kopftüchern, Seidentüchern, Schals und Stolen, hergestellt von den bekanntesten Seifenfabriken in Lyon. Außerdem werden am Ende des Jahres von den Künstlern der Biennale geschaffenen Stoffe, teilweise Einzelstücke angeboten.
La Ganterie Lesdiguières-Barnier in Fontaine (bei Grenoble - Departement Isère)
31, rue Gabriel Péri
Tel. : 00 33 (0)4 76 27 24 35
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